ENERGIE NEWS:

16.07.10

Wirtschaft gegen Plan Berlin-Paris-London zu 30 Prozent CO2-Reduktion

Initiative der drei EU-Staaten "interessanter Beitrag" - Bis Jahresende Analyse über Auswirkungen vorlegen

Europas Wirtschaft kritisiert den jüngsten Vorstoß der drei großen EU-Länder Deutschland, Frankreich und Großbritannien, die CO2-Emissionen bis 2020 um mindestens 30 statt wie bisher geplant 20 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken. Die von der EU-Kommission als "interessanter Beitrag" bezeichnete Initiative wurde von Wirtschaftsführer als "absurd, alarmierend und naiv" abgetan.

Der Generalsekretär von "Eurochambres", Arnaldo Abruzzini, erklärte am Freitag in der "Financial Times", die Ansicht der drei Staaten würden von der Wirtschaft nicht geteilt. Gordon Moffat, der Generalsekretär des europäischen Stahlunternehmensverbandes Eurofer, verwies darauf, dass die Unternehmen durch die jüngste Wirtschaftskrise schwer getroffen seien und um einen Aufschwung kämpften. "Tatsächlich wird es angesichts des finanziellen Drucks, den wir durch die Krise haben, noch schwieriger, das 20-Prozent-Ziel zu erreichen".

Die Umwelt- und Energieminister der drei EU-Länder hatten tags zuvor verlangt, dass die EU sich freiwillig verpflichten sollte, die Treibhausgasemissionen um 30 statt wie bisher geplant um 20 Prozent zu reduzieren. In Österreich hatte zuletzt Umweltminister Niki Berlakovich (V) erklärt, ein noch ambitioniertes EU-Klimaschutzziel in Form einer 30-prozentigen CO2-Reduktion sei "vom Tisch". Allerdings seien die 30 Prozent anstatt der von der EU bisher beschlossenen 20 Prozent "eine Option für die Verhandlungen", wenn andere Industriestaaten vergleichbare Angebote machten.

Die Sprecherin von EU-Klimaschutzkommissarin Connie Hedegaard, Maria Kokkonen, sprach von interessanten Punkten. Die Kommission werde bis Jahresende eine Analyse über die Auswirkungen auf Kosten und Nutzen vorlegen. Das Thema werde jedenfalls auf dem Umweltrat im Oktober zur Sprache kommen.

 

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