ENERGIE NEWS:
Deutscher Minister gegen deutlich längere Atom-Laufzeiten
Röttgen hofft auf Konsens beim Energiekonzept noch in diesem Sommer
Der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen will die Betriebsdauer der Kernkraftwerke nur moderat verlängern. Der CDU-Politiker geht davon aus, dass es beim Energiekonzept noch in diesem Sommer zu einem Konsens kommen könnte, der von der breiten Mehrheit der Bevölkerung getragen wird. "Eine große Mehrheit der Bevölkerung wünscht sich eine Laufzeitverlängerung nur so lange es energiepolitisch nötig ist, nicht darüber hinaus". Im christlich-liberalen Regierungslager ist umstritten, wie lange die Betriebsdauer der restlichen 17 Atomkraftwerke verlängert werden soll. SPD und Grüne lehnen dies grundsätzlich ab.
Die rot-grüne Regierung hatte in ihrer Regierungszeit (1998 - 2005) den Atomausstieg in Deutschland durchgesetzt. Er sieht für jedes Kernkraftwerk eine maximale Laufzeit von 32 Jahren vor. Das letzte Atomkraftwerk müsste danach etwa 2022 vom Netz. Derzeit liefert die Atomkraft noch knapp ein Viertel des deutschen Stroms. Noch für dieses Jahr stehen Abschaltungen von Kraftwerken in Hessen und Baden-Württemberg bevor. Die dortigen CDU-geführten Landesregierungen dringen deshalb auf eine schnelle Verlängerung.
Baden-Württembergs CDU-Ministerpräsident Stefan Mappus plädiert für eine Laufzeitverlängerung von mindestens 15 Jahren. Baden-Württemberg sei aber auch künftig auf eine Stromversorgung angewiesen, die zu jeder Zeit verlässlich und zu bezahlbaren Preisen den benötigten Strom bereitstellt.
Nach einer Umfrage lehnen die Bundesbürger eine deutliche Verlängerung der Laufzeiten ab. Bei der TNS-Emnid-Umfrage für die "Zeit" sprachen sich 77 Prozent der Befragten dagegen aus, die Atommeiler mehr als zehn Jahre länger als vereinbart am Netz zu lassen. Fast die Hälfte (48 Prozent) will gar keine Verlängerung.
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