13.03.2017

Studie: Neue Stromzähler messen Verbrauch falsch

Wien-Viele der neuen digitalen Stromzähler, die auch in Österreich sukzessive die alten Geräte ersetzen, messen laut einem Spiegel-Bericht viel zu hohe Verbrauchswerte. Diesen Verdacht lege eine Studie der Universität Twente in den Niederlanden nahe.

Die Wissenschafter überprüften neun handelsübliche "Smart Meter",die zwischen 2004 und 2014 hergestellt wurden. Mehr als die Hälfte der Zähler wies Werte aus, die weit über dem tatsächlichen Verbrauch lagen, teilweise um bis zu 582 Prozent, berichtete das Magazin.

Grund für die hohen Abweichungen sei die zunehmende Anzahl von Stromspargeräten in den Haushalten, so die Studie. Sie folgten bei der Stromaufnahme nicht mehr der bisher üblichen Wellenbewegung, sondern einem "abrupteren Muster".Darauf seien die beanstandeten Zähler jedoch nur unzureichend vorbereitet und lieferten somit fehlerhafte Werte. Die größten Abweichungen habe es gegeben, wenn die Haushalte Lichtdimmer hatten und gleichzeitig Energiespar-oder LED-Birnen verwendeten. In den Niederlanden fordern Verbraucherschützer und Netzbetreiber, dass die Geräte flächendeckend gegebenenfalls ausgetauscht werden.

In Österreich sei das Problem bekannt, wie Ernst Brandstetter vom Branchenverband Oesterreichs Energie der APA sagte. Bisher habe es in Österreich noch keine falschen Messungen gegeben. Die EU schreibt vor, dass bis 2020 80 Prozent aller Stromzähler durch "Smart Meter" ersetzt werden. In Österreich sollen bis 2019 95 Prozent der insgesamt 5,5 Millionen Zähler getauscht sein, derzeit sind es aber erst zehn Prozent.

Viele "intelligente" Stromzähler geben laut einer Untersuchung einen viel zu hohen Verbrauch an.

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