17.03.2017

Energie: Speicherkraft rettete uns vor einem Blackout

Ausgefallene Kernkraftwerke, kaum Strom aus Wind und Sonne, klirrende Kälte: Wie jetzt bekannt wurde, hat eine Verkettung ungünstiger Umstände beinahe zu einem Blackout geführt. Wie Netzverantwortliche erklären, konnte durch Kärntner Speicherkraftwerke die österreichweite Stromversorgung gesichert werden.

Die niedrige Wasserführung wegen der Trockenheit hat diesen Winter die Stromproduktion deutlich verringert. Jetzt ist die gesamte Tragweite der Engpässe bekannt geworden. Neben dem Minus bei der Wasserkraft, mussten wegen der Jänner-Kälte Kernkraftwerke in Frankreich vom Netz genommen werden. Zeitgleich lieferten auch Wind- und Photovoltaik-Anlagen kaum Strom. Der Jänner 2017 ist ein Fall für die Geschichtsbücher. Es hat große Engpässe gegeben, erklärt Verbund-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Anzengruber. In Österreich herrschte die Alarmstufe gelb: Alle verfügbaren Kraftwerke wurden hochgefahren, das Engpass-Management wurde aktiviert. In einem nächsten Schritt hätten die Verantwortlichen die Stromversorgung großer Industriebetriebe kappen müssen, danach wären auch in Haushalten Lichter ausgegangen.

So weit ist es zum Glück nicht gekommen. Die Kraftwerke Malta und Reißeck haben ganz wesentlich zur Aufrechterhaltung der Stromversorgung beigetragen, erklärt Anzengruber, der sich Donnerstag bei den Verbund-Mitarbeitern in Kärnten persönlich bedankt hat. Er spricht von einem Fall für die Geschichtsbücher und eine harte Bewährungsprobe für das hochalpine Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II, das erst vor drei Monaten in Betrieb genommen worden ist. Binnen 90 Sekunden konnten durch das Ablassen von Wasser Schwankungen ausgeglichen werden: Ein Energieschub von 1450 Megawatt!

Um die Wasserkraft in Kärnten durch Modernisierung zu stärken, will der Verbund heuer 47 Millionen Euro investieren. Der Bau einer 380-kV-Leitung sei in Kärnten derzeit kein Thema.

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