10.04.2018

Energie AG und Linz AG lösen die Enamo auf

Stromversorgung: Die gemeinsame Vertriebstochter wird es in einem Jahr nicht mehr geben

"Ja, wir sind künftig Konkurrenten", sagten Werner Steinecker und Erich Haider gestern, Montag, bei einer Pressekonferenz. Die Generaldirektoren von Energie AG und Linz AG bestätigten damit einen Exklusivbericht der Oberösterreichischen Nachrichten, wonach die gemeinsame Stromvertriebsfirma Enamo aufgelöst wird.

Die Enamo vertreibt derzeit für beide Häuser Strom und betreut dabei rund 600.000 Kunden. Zwei Drittel wohnen im Zuständigkeitsbereich der Energie AG, ein Drittel gehört zum Linz-AG-Gebiet (vorwiegend Linz und Gemeinden im Mühlviertel).

Geplant war, dass die Zusammenarbeit in der Enamo eher vertieft werden sollte. Wie berichtet, hatte die Enamo-Führung einige Szenarien ausverhandelt, vergangenen Herbst wurde auch eine entsprechende Absichtserklärung unterschrieben.

Diese vertiefte Zusammenarbeit sei aber nun aus wettbewerbsrechtlichen Gründen gar nicht so einfach möglich. "Wenn sich die Enamo um Photovoltaik und E-Mobilität kümmern würde, dürften das die Mutterhäuser nicht mehr anbieten und umgekehrt", sagt Haider.

Problem Datenschutz

Daher fehle es an der Möglichkeit, kombinierte Dienstleistungen anzubieten und weiterzuentwickeln. Die Ausführungen zur neuen Datenschutzgrundverordnung würden vorschreiben, dass Mandanten und Daten genau getrennt werden müssten. Was allein in der Linz AG zur Folge hat, dass eine neue EDV um acht Millionen Euro angeschafft werden müsse und der Bürokratieaufwand steigen werde.

Kündigungen sind nicht geplant. Die 65 Mitarbeiter werden derzeit informiert. Sie werden in ihre Stammhäuser zurückkehren beziehungsweise würden über die Enamo in eine der beiden Muttergesellschaften übernommen. Eine Variante ist, dass entweder Energie AG oder Linz AG die Enamo integrieren. Derzeit hält die Energie AG 65 Prozent, die Linz AG 35 Prozent.

Die Kunden lassen sich leicht nach Betreuungsgebiet aufteilen. Diese würden von der Trennung nichts merken. "Außer dass jeder künftig bessere Pakete in Kombination mit Gas und Telekommunikation ordern kann", sagt Steinecker.

Keine Auswirkungen hat die Auflösung der Enamo auf den geplanten Verkauf der Anteile, die die Linz AG an der Energie AG hält. Gut zehn Prozent gehören den Linzern am Landeskonzern. Dass diese verkauft werden sollen, bleibe aufrecht. Es gebe dazu aber keine neuen Entwicklungen, sagt Haider.

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