28.06.2018

Mit Kraftwerks-CO2 Gemüse düngen

Wien, Bludenz Kohlendioxid ist nicht nur ein gefährliches Treib­hausgas, sondern auch ein nützlicher Rohstoff für die Industrie. Deshalb bemüht man sich, CO2 aus den Abgasen etwa von Kraftwerken oder aus industriellen Prozessen zu filtern, zu konzentrieren und nutzbar zu machen. Derzeit werden wässrige Aminlösungsmittel verwendet, um das CO2 aus den Abgasströmen abzutrennen. Das hat Nachteile.

Neues Verfahren

Deshalb wurde am Kraftwerk Simmering des Energieversorgers Wien Energie nun der Startschuss für ein Pilotprojekt gegeben, bei dem Forscher der Technischen Universität Wien in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur (BOKU) und dem Energiekonzern Shell ein neues Verfahren testen, das Kohlendioxid (CO2) aus Abgasen entfernt. Im Vergleich zu derzeit eingesetzten Systemen sei die neue Technik deutlich energieeffizienter und billiger, sind sich die Projektpartner, zu welchen auch Wien Energie und die Gemüseanbaugenossenschaft LGV sowie der Klima- und Energiefonds, der das Projekt mit 2,4 Millionen Euro unterstützt, zählen, sicher. Das abgetrennte CO2 soll als Dünger für Gemüse verwendet werden.

Mit im Boot bei dem Projekt ist der Bludenzer Anlagenbauer Bertsch Energy, der die Versuchsanlage konstruiert hat. Zum Zug kamen die Vorarlberger, die im Kraftwerksbau europaweit reüssieren, aufgrund der unumstrittenen Expertise von Bertsch, heißt es seitens der weiteren Projektpartner. ?Die Entwicklung von CO2-Abscheidungsverfahren kann im Gesamtkontext der Dekarbonisierung zusätzlich ein wichtiger Baustein sein?, so Karl Gruber, Wien Energie-Geschäftsführer, zum Projekt ?ViennaGreenCO2?, das auch international unter intensiver Beobachtung steht.

Was bisher nur im Labor getestet wurde, steht jetzt vor der Bewährungsprobe: Die Piloteinrichtung ist auf die Abscheidung von einer Tonne CO2 pro Tag ausgelegt. ?Mit dem Anlagenstart erreicht das Leitprojekt der Energieforschung eine wichtige Phase der Forschungs- und Entwicklungsarbeit, weil wir nun im größeren Maßstab erproben können, wie wirtschaftlich unser Ansatz im Realbetrieb funktioniert,? sagt Gerhard Schöny, TU Wien. VN-sca

Bertsch Energy ist ein Tochterunternehmen der Bertsch Holding. Mit über 260 Mitarbeitern und vier Niederlassungen hat sich Bertsch Energy als Generalunternehmer im Sektor Energietechnik etabliert. Das Produktportfolio umfasst schlüsselfertige Kraftwerksanlagen für Biomasse, Rejects, Öl und Gas sowie Prozessapparate mit Fokus Prozessgaskühler und Abhitzenutzung.

 

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